Mitte Juli 2017 … In Richtung Dresden, um eine neue Hochzeit zu fotografieren.

Die Autobahn von Berlin nach Sachsen gleitet schnell dahin. Draußen regnet es und ich weiß nicht, ob es am nächsten Tag aufhört.

Die Gedanken kommen und gehen im Rhythmus der Lieder, die mich begleiten und einen unauslöschlichen Soundtrack zu meinem Leben erschaffen: Springsteen, Bob Marley, The Cure, die Trompete von Chet Baker, Einaudi…

Ich bin melancholisch, aber zur gleichen Zeit glücklich, ein intensiver Moment, von gegensätzlichen Gefühlen geprägt: Es mischen sich das Heimweh und die Sehnsucht nach meiner Familie, dem Meer, den fernen Freunden gleichzeitig mit der Dankbarkeit, eine Arbeit zu haben, um die mich die meisten beneiden würden… Kreativität ausleben zu können, mit neuen Menschen und neuen Kulturen in Berührung zu kommen.

Freundschaften, welche spontan entstehen und vielleicht ein Leben lang halten.

Ich fühle mich als Protagonist und Zuschauer meiner Zeit.

Das ist auf jeden Fall etwas, worüber man glücklich sein kann. Bevor ich aus meinem Auto aussteige, atme ich die feuchte Luft … die Duft nach Bäumen und Moos ist in dieser Stadt im Norden Europas sehr stark…

Ich lasse mich vom warmen Juliregen durchweichen… Fast wie Tränen

Heute Abend zeitig ins Bett…

Morgen wartet ein anstrengender und wunderbarer Tag…

….

Die Hochzeit hat pünktlich begonnen und sich in ihrem Ritual und in ihrer üblichen Eleganz verloren…

Der Beginn einer gemeinsamen Reise zweier Personen… Ich habe versucht, mit meinem Auge die verschiedenen Nuancen eines ereignisreichen Tages voller Emotion und Staunen einzufangen…

Das Betreten einer evangelischen Kirche, welche den Geruch unserer Zeit genauso konserviert wie jenen der Personen, die sie in all den Jahrhunderten betreten haben… Die Feier in einem alten Klostergut…

Die Küche der Region vermischt sich mit dem Wein und den Liedern, von denen ich nur wenige Worte verstehe…

Die mehr oder weniger bewussten Rituale wiederholen sich im Laufe der Zeit, in den Ländern, in den Menschen… Die Gefühle sind dabei jedoch immer wieder neue, vollkommen in ihrer Spontanität.

Es geht weiter, bis tief in die Nacht…

Ich gehe auf die Wiese der Villa hinaus…

Ich sondere mich für einen Augenblick ab von einer Feier, zu der ich als Zuschauer, als Zeuge geladen bin. Ich bin froh darüber, eine schöne Erinnerung liefern zu können.

Dankbar für eine neue Reise.

Es hat wieder begonnen zu regnen.

Emanuele